Sind die Aktienmärkte zu optimistisch?

Postmaster Vermögen und Kapitalanlagen

6.5.2020 – Heute Vormittag hat der Referent Costantino Lanni im Rahmen unserer kostenlosen Reihe «Excellence in Finance – Webinare» die Marktentwicklungen aufgezeigt und ist auch auf das Anlegerverhalten eingegangen.

Die Corona-Krise hat zu heftigen Einbrüchen an den Aktienmärkten geführt. Primär im März fielen die Aktienindices zwischen 30% und 40%, erholten sich dann aber bis nun Anfang Mai sehr stark. So haben sich die Verluste bereits massiv eingeschränkt. Diese Aussage gilt allerdings nicht für alle Titel. Gewisse Aktien (z.B. Fluggesellschaften) verloren massiv mehr, andere (z.B. Technologietitel) verloren kaum oder haben gar profitiert.

Wie geht es weiter? Die wirtschaftlichen Aussichten (Rezession, hohe Arbeitslosigkeit etc.) scheinen nicht mit den letzten Entwicklungen an den Aktienmärkten übereinzustimmen. Sollten sich die befürchteten wirtschaftlichen Folgen konkretisieren, dann waren die letzten Aktienerholungen wohl zu optimistisch. Die Aktienpreise scheinen derzeit die günstigsten Szenarien eingepreist zu haben. Letztlich wissen weder die Anleger noch die Experten und Analysten wie sich die Anlagemärkte weiterentwickeln werden.

In dieser Situation ist es daher wichtig, sich an die wichtigsten Anlagegrundsätze zu erinnern und die grössten Anlegerfehler zu vermeiden:

  • Festhalten an der Anlagestrategie
  • Diversifiziert Anlegen
  • Diszipliniert und nicht emotional vorgehen

Die Anleger sollten sich nicht zu sehr von Tagesschwankungen beeinflussen lassen. Stockpicking und Timingentscheide führen für einige wenige Investoren zu sagenhaften Renditen – die Mehrheit wird aber bei diesem Vorgehen zu den Verlierern zählen. Gier und Angst sind die grössten Feinde des Investors – beziehungsweise: Viele Anleger stehen sich selber im Weg.

Es ist doch ein wenig wie im Sport: Es ist nicht so schwierig einen Tennisschläger zu schwingen und den Filzball auf die andere Seite zu schlagen. Es ist aber auch nicht jedem und jeder gegeben, auf einem Niveau eines Roger Federers zu spielen. Falls sich ein Anleger oder eine Anlegerin nicht als «Roger Federer des Geldanlegens» fühlt, so bringt das disziplinierte Festhalten an einer Anlagestrategie langfristig den grösseren Nutzen als kurzfristig von Ereignissen und Marktbewegungen profitieren zu wollen.